Museum Oberschönenfeld Museum Oberschönenfeld
Bezirk Schwaben

Hier steht der Himmel offen

Band 44
Beate Spiegel (Hrsg.)
Hier steht der Himmel offen
800 Jahre Kloster Oberschönenfeld

132 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen
ISSN 0935-4433
Oberschönenfeld: 2011
Preis: 16,90 EUR

Zum Inhalt:
Der Band „Hier steht der Himmel offen. 800 Jahre Kloster Oberschönenfeld“ bereichert die gleichnamige Ausstellung um zusätzliche Themen und Facetten der Geschichte des Klosters. Ein Geleitwort von Äbtissin M. Gertrud Pesch OCist. und ein Vorwort der Museumsleiterin Dr. Beate Spiegel sind den Einzelbeiträgen vorangestellt. Zahlreiche Farb-Abbildungen begleiten jeden von ihnen. 

Den inhaltlichen Auftakt macht Julia Bruch, die sich mit Kaisheimer Visitationsprotokollen aus dem 14. Jh. beschäftigt und neue Erkenntnisse zu dieser frühen Zeit bietet.

Prof. Walter Pötzl belegt in seinem Beitrag die Ausstrahlung Oberschönenfelds als geistliches Zentrum. Die Abtei ließ im 18. Jh. ihre Filialkirchen und Kapellen neu erbauen oder umbauen und förderte neben der großen Wallfahrt in Violau auch kleinere wie zum Herrgott in der Ruh auf dem nahen Klaffenberg und die zur Scheppacher Loretomadonna.

In dem folgenden Aufsatz beschreibt Mechthild Müller-Hennig einen Ausschnitt aus der barocken Bildwelt der Abtei wie sie die Schwestern bis heute im Konventbau umgibt. Dabei geht sie auf Motive ein, die tiefer zisterziensischer Spiritualität entspringen − etwa die Lactatio Bernardi − sowie auf zeittypische Darstellungen der Muttergottes, der Leiden Christi und weniger bekannte Motive.

Überraschende Einsichten zu der Geschichte der klösterlichen Ökonomiegebäude liefert anschließend Beate Spiegel. Sie setzt damit einen interessanten Kontrapunkt zu den vielfachen kunsthistorischen Abhandlungen über Oberschönenfelds prächtige Kirche und Ausstattung des Konventbaus.

Die „Industrieschule für weibliche Handarbeiten“, die die Zisterzienserinnen nach der Säkularisation von 1836 an als Bedingung König Ludwigs III. für die Wiederzulassung als Kloster betrieben, behandelt Ina Ragnhild Langenfeld. Gut 100 Jahre lang wurden hier Mädchen der Umgebung in praktischen Arbeiten wie Stricken, Flicken und Nähen unterrichtet.

Kürzer bestand das Mädchen-Genesungsheim, das zwischen den beiden Weltkriegen, wo das Gebäude als Lazarett belegt war, in Sankta Maria, dem früheren Bräuhaus, eingerichtet war. Claudia Drachsler steuert einen Artikel zu diesem Thema bei.

Über die Bedrohungen durch die Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg schreibt Elisabeth Plößl. In ihrem Text bindet sie den eindringlichen Bericht von Caritas Schmidberger, der späteren Äbtissin, historisch ein. 

Im Verlauf der Ausstellungsvorbereitung wurden die Oberschönenfelder Schwestern nach dem Prozess ihres Klostereintritts befragt. Ina Ragnhild Langenfeld hat die spannenden Antworten als lebensgeschichtliche Erzählungen zusammengefasst.

Anschließend widmet sie sich der vermehrten Zuwendung der Zisterzienserinnen zur Welt in Form ihrer Missionstätigkeit in Brasilien ab 1951. Drei Tochtergründungen wurden von Oberschönenfelder Missionarinnen ins Leben gerufen.

Den Höhepunkt und Abschluss des Bandes bildet der Beitrag der emeritierten Äbtissin Ancilla Betting, die sehr dicht über das Leben in der Abtei Oberschönenfeld und die Gottsuche in Stille und Schweigen schreibt. 

Zusätzliche Schlaglichter auf die Klostergeschichte bieten Claudia Drachsler und Beate Spiegel mit kurzen Objektvorstellungen zu zwei Beckenschlägerschüsseln und dem Äbtissinnenstab von 1905 sowie einer Darstellung der Limonadenherstellung von 1928 bis 1944. Eine Zeittafel rundet die Publikation ab.

Erschienen in der Schriftenreihe der Museen des Bezirks Schwaben, Band 44.