Mehr als Umtata. Blasmusik in Schwaben

22. März bis 11. Oktober 2026

Bayerisch-Schwaben ist Blasmusik-Land: Fast 40.000 Musikerinnen und Musiker in 640 registrierten Musikvereinen sind dafür ein eindeutiger Beweis. Blasmusik ist gerade auf dem Land omnipräsent: sie erfüllt Kirchen, Festzelte und Konzertsäle, spielt bei Hochzeiten und Beerdigungen, an Fronleichnam und Neujahr.

Was macht ihre Faszination aus? Wer spielt mit und warum? Wie haben sich Besetzung und Repertoire im Laufe der Zeit gewandelt? Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche zu den vielfältigen Fragen rund um die Blasmusik. Ob erfahrener Musiker oder absoluter Laie – hier kann jeder etwas Neues für sich entdecken.

Die Besuchenden sind eingeladen, das Herzstück eines Musikvereins kennenzulernen: den Proberaum. In einer Inszenierung wird er als Ort der Gemeinschaft erfahrbar – mit Platz zum Diskutieren, Feiern und Erinnern. Auf großer Leinwand können alle eine Probe erleben, aus Sicht der Musizierenden und zugleich aus Sicht der Dirigentin.

Die Ausstellung nimmt die Besuchenden aber auch mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert, als die aufkommenden Militärkapellen massiven Einfluss auf das zivile Musikleben nahmen. Zu dieser Zeit machte auch der Instrumentenbau immense Fortschritte, sodass mit Klarinette, Trompete, Tuba und Co. bald jegliche Art von Musik gespielt werden konnte.

Blasmusik ist nicht nur Klang, sie ist auch Spiegel der Gesellschaft: Sie zeigt Rollenbilder und Machtverhältnisse, erzählt Geschichten von Politik und Propaganda, von Tradition und Aufbruch und vor allem von generationenübergreifender Gemeinschaft.

Und die Musik selbst ist lebendig und vielfältig – weit mehr als nur Umtata!