Museum Oberschönenfeld Museum Oberschönenfeld
Bezirk Schwaben
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Speis
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Gemälde von Hanns Weidner, es zeigt Orpheus musizierend in der Unterwelt.
zwei Besucher betrachten Großfotos zum Tagesablauf der Klosterschwestern
raumhohe Glasvitrine mit einer Schwabenkarte in 3D

Second nature – Skulpturen von Keiyona C. Stumpf

Sonderausstellung in der Schwäbischen Galerie
20. Januar bis 10. März 2019  

Für ihre Keramiken und Raumobjekte erhielt die junge Künstlerin Keiyona C. Stumpf den
Kunstpreis 2018, Bildende Künste dreidimensional,
des Landkreises Augsburg. In Oberschönenfeld zeigt sie nun skulpturale Arbeiten aus Glas und Keramik sowie eine installative Raumarbeit.

Altbekannte Kunst- und Naturformen sind in den Arbeiten von Keiyona C. Stumpf präsent. Ihre Rauminstallationen aus Plastikfolien und Papier erinnern mit ihrem zerknitterten Faltenwurf, mit ihrem Wechselspiel zwischen konkav und konvex, an Werke spätgotischer Meister. Keiyona C. Stumpf geht jedoch noch viel weiter: Sie kreiert ein Formenspiel von großer Komplexität. Ihre außergewöhnlichen Arbeiten entstehen immer aus der Materialität heraus und scheinen auch nach ihrer präzisen Positionierung im Raum weiter zu wachsen.

Die vorwiegend in symmetrischen Strukturen angelegten Keramiken von Keiyona C. Stumpf erinnern bisweilen an die „Kunstformen der Natur" von Ernst Haeckel. Sie sind häufig in fleischlichen Rottönen gehalten. Aber auch das für Porzellan bekannte strahlende Weiß tritt im Werk der Künstlerin auf. Die Glasuren vermitteln schillernde und glänzende Oberflächeneffekte. Für die Wiederholungen der wuchernden und vielschichtigen Formen bedient sich Keiyona C. Stumpf der alten Technik des Gips-Hohlgussverfahrens. Ihre Keramiken sind mit großer Präzision gearbeitet und sind dennoch nicht in technischer Perfektion erstarrt.

Keiyona C. Stumpfs Arbeiten scheinen immer von einer inneren Dynamik getrieben und bergen stets Potenziale der Veränderung und Weiterentwicklung.

Die teils floralen, teils körperhaften oder ornamentalen Motive wirken opulent und gleichzeitig filigran. Sie erinnern an Werke des Barock und des Jugendstils. Die Faszination ihrer Erscheinung entsteht aus einer der Natur innewohnenden Schönheit und Abjektion. Für den Betrachter werden die Formen von Keiyona C. Stumpfs Kunst körperlich spürbar, ja, sie gehen unter die Haut. Gefangen in dieser Ambivalenz sucht er nach sich selbst, nach dem Eigenen in dem so faszinierend nah Anderen.

Ausstellungsflyer zum Download

Keiyona C. Stumpf
1982 in München geboren

2004–2011 Studium Kunstpädagogik (Bildhauerei, Installation) bei Professor Albert Hien, Akademie der Bildenden Künste München

2012–2013 studentische Mitarbeit am cx centrum für interdisziplinäre studien, Leitung Dr. Susanne Witzgall

2011–2016 Studium Freie Kunst (Schwerpunkte: Glas und Keramik) bei Professor Norbert Prangenberg und Professor Markus Karstieß, Akademie der Bildenden Künste München

2016 Diplom Freie Kunst, Klasse Markus Karstieß, Akademie der Bildenden Künste München

2017 Aichacher Kunstpreis

2018 Kunstpreis des Landkreises Augsburg

2018 Oberbayerischer Förderpreis für angewandte Kunst  

Keiyona C. Stumpf lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin im Landkreis Augsburg.

Begleitprogramm
Künstlergespräch mit Keiyona C. Stumpf, Moderation: Liv Reinacher
Sonntag, 10. März um 15 Uhr