Museum Oberschönenfeld Museum Oberschönenfeld
Bezirk Schwaben
mit Stoff überzogene Skulpturen, die wie sitzende Beine geformt sind
Ausstellungsraum mit gerahmten Zeichnungen

Erinnerungsarbeit - Objekte und Zeichnungen von Kirsten Zeitz

Sonderausstellung in der Schwäbischen Galerie
17. Mai bis 7. Juli 

Jenseits von nackten Zahlen und trockenen Fakten, von sich immer wiederholenden Namen und Geschichten, spielt die Erinnerungsarbeit im Werk von Kirsten Zeitz eine zentrale Rolle. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, interessanten und außergewöhnlichen Lebenswegen einzelner Menschen oder Menschengruppen nachzuspüren. 

Die Künstlerin erforscht und recherchiert historische Momente und Biografien. Mit Dokumenten, Fotoaufnahmen, Objekten und Fotocollagen macht sie Erinnerungen sichtbar. Somit gibt sie der Vergangenheit eine Gestalt. Ihre oftmals mit Textilien überzogenen Plastiken verkörpern eine greifbare Existenz. Zugrunde liegen ihnen Fotoaufnahmen und zeichnerische Studien. Dabei arbeitet Kirsten Zeitz mit Vergrößerungen, Abstraktionen oder Überlagerungen und kommt somit zu unkonventionellen Ergebnissen.

Bei ihrer 2014/15 entstandenen Serie „Glück 1933–1945“ handelt es sich um Porträts jüdischer Überlebender, die als Kinder in Verstecken vor der Deportation bewahrt worden sind. Die Geschichten basieren auf dem 2013 erschienenen Buches „Uns kriegt ihr nicht. Als Kinder versteckt – jüdische Überlebende erzählen“ von Tina Hüttl und Alexander Meschnig. Ihren individuellen Geschichten spürt die Künstlerin auf sensible, behutsame Weise nach und lässt dabei stets viel Raum für eigene Deutungen.

Das Buch „Jüdische Portraits“ von Herlinde Koelbl führte zur Werkserie „Menschliche Linien“ von 2016. Die Aneinanderreihung von kleinsten Details reizt die Künstlerin dabei.

Zwei Jahre später entstand die Werkgruppe „Pionierinnen seit 1539“ zu Kira Cochrane, Modern Women, 52 pioneers, erschienen 2017. Hier war die Vorgehensweise von Kirsten Zeitz eine ganz andere: Direkt aus dem Buch erstellte sie eine Kopf-Schablone. Diese Papier-Silhouette bildete dann den Ausgangspunkt für ihre Bleistiftzeichnung. Der kompakten dunklen Fläche setzte sie flüchtig wirkende Liniengebilde entgegen.

Sowohl ihre Objekte bzw. Installationen als auch ihre Zeichnungen sind eine Annäherung an Menschen, die sie meist nicht persönlich kennengelernt hat. Ihre Arbeiten spiegeln Lebensumstände wider und rücken die durch Alter oder Krankheit bedingten Veränderungen ins Bewusstsein. Für die Künstlerin Kirsten Zeitz ist jede dieser Arbeiten eine Hommage an den jeweils Dargestellten. 

Ausstellungsflyer zum Download

Kirsten Zeitz

1976 in München geboren
1995–2002 Aufenthalt in Los Angeles
2002–2004 Ausbildung zur Glasmalerin, Werkstätten Gustav van Treeck München, Gesellenprüfung
2004–2011 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professor Norbert Prangenberg, Meisterschülerin, Diplom

Förderungen:
2007 Förderung von E. Kennedy (privat) für das Projekt „5095 Nevada St. 01/20/1980 – 04/05/2007“
2009 Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Forschung, Wissenschaft und Kunst für die Internationale Sommerakademie Salzburg bei Judy Fox
2012–2014 Atelierförderung der Landeshauptstadt München
2012 Debütantenpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Forschung, Wissenschaft und Kunst
2013 Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung, München
2013–2016 Bayerisches Atelierförderprogramm für bildende Künstlerinnen und Künstler

Ankauf:
Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Pinakothek der Moderne

Seit 2011 als freischaffende Künstlerin tätig.
Kirsten Zeitz lebt und arbeitet in Wiedergeltingen, Lkr. Unterallgäu.

Begleitprogramm

Führungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
Sonntag, 2. Juni, 11 Uhr; 
Pfingstmontag, 10. Juni, 15 Uhr;
Sonntag, 23. Juni, 11 Uhr

Künstlergespräch mit Kirsten Zeitz: Moderation Dr. Mechthild Müller-Hennig
Sonntag, 30. Juni, 11 Uhr

Familienführung mit Oda S. Bauersachs M. A.: Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten
Sonntag, 30. Juni, 15–16.30 Uhr

Angebot für Schulklassen und Kindergruppen: Altersspezifische kunstpädagogische Führung mit kreativem Gestalten in der Museums-Werkstatt
Dauer: 1,5–2 Stunden, Gebühr: 5,00 EUR pro Teilnehmer (inkl. Material)

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Bildquellenverzeichnis