Keramik trifft Wüstenlandschaft. Jochen Rüth und Hartmut Pfeuffer

Schwäbische Galerie
28. Januar bis 7. April 2024

Die Ausstellung „Keramik trifft Wüstenlandschaft“ zeigt den Dialog zwischen Keramikobjekten von Jochen Rüth sowie Gemälden und Zeichnungen von Hartmut Pfeuffer.

Fasziniert von den extremen Landschaften Nordafrikas, reiste der renommierte Maler und Grafiker Hartmut Pfeuffer ab 1990 beinahe jedes Jahr in die Sahara. Seine Eindrücke hielt er in Skizzen und detailreich ausgearbeiteten Bleistiftzeichnungen fest. Sie bildeten die Grundlage für die in feinster Maltechnik ausgeführten Ölgemälde in riesigen Formaten: Darstellungen von Lehmbauten mit faszinierend schönem Schattenspiel sowie Fels- und Dünenlandschaften. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus seinem umfangreichen Werk: großformatige Gemälde, ergänzt um fein gearbeitete Radierungen, Skizzenbücher und Bleistiftzeichnungen.

Die formale Nähe zwischen den gemalten Felsformationen und den frei geformten Keramikplastiken von Jochen Rüth erstaunt, wenn man bedenkt, dass die Werke der beiden Künstler parallel entstanden sind und keiner die Arbeiten des anderen kannte. Hitze, Kälte und Bodenerosion haben die Felsen geformt; Steinzeugtone versetzt mit Quarzsand bilden die Grundlage für die keramischen Massen, die sich Jochen Rüth selbst herstellt. Dazu kommt der Werkprozess des Formens, Trocknens, der Brennvorgänge und Oberflächengestaltung mit Salz und Asche. Risse und Brüche sind gewollt.

Seine mit den Händen frei modellierten Plastiken erinnern an erstarrte Lavablöcke. Inspiriert von Fundstücken aus der Natur versucht Rüth, geologische Prozesse sichtbar zu machen. Dazu formt er unterschiedliche Tonsorten in vielen Schichten. Manche dieser „Keramik-Geoden“ hat er aufgebrochen, um das Innere freizulegen. Anstelle von Kristallen entdecken wir zu Glas geschmolzene Glasuren und Keramikfragmente.

Jochen Rüth (*1960 Würzburg) machte sich nach mehrjähriger Mitarbeit in Keramikwerkstätten im Allgäu selbstständig und ließ sich 1994 mit seiner Werkstatt in Altisheim (Lkr. Donau-Ries) nieder. Für seine Gefäße und Skulpturen erhielt der Künstler zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland, 2004 etwa den Dießener Keramikpreis.

Hartmut Pfeuffer (Aschaffenburg 1949 – 2018 Höchstädt) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Heinz Butz. 1977 ließ er sich in Höchstädt (Lkr. Dillingen) nieder und unterrichtete bis 2005 Kunst am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen. Zwischen 1990 und 2016 folgten jährliche Arbeitsaufenthalte in der Sahara (Algerien, Ägypten, Libyen, Mali, Niger, Tschad, Marokko).

Bitte informieren Sie sich vorab, ob die geplanten Termine stattfinden (Veranstaltungen oder telefonisch).

Hartmut Pfeuffer: Seine Kunst, eine Liebeserklärung an die Natur
Sonntag, 11. Februar, 15 Uhr

Sonntag, 3. März, 15 Uhr
Sonntag, 24. März, 15 Uhr

Familienführung
Sonntag, 10. März, 15 Uhr

Sonntag, 7. April, 15 Uhr
Moderation: Dr. Gudrun Szczepanek

Dauer 60 Minuten