Museum Oberschönenfeld Museum Oberschönenfeld
Bezirk Schwaben
ein Mann klettert auf einen Obstbaum und bestäubt die Blüten von Hand
grüne Birne auf rotem Hintergrund

BIEN - Maximilian Prüfer. Kunstpreisträger des Bezirks Schwaben 2017

Sonderausstellung in der Schwäbischen Galerie
22. September bis 24. November 2019

2017 erhielt Maximilian Prüfer den Kunstpreis des Bezirks Schwaben als Reisestipendium für ein hoch aktuelles Projekt: eine Recherche zur manuellen Bestäubung von Obstbaumblüten in der Nähe der Stadt Chengdu/China.

Mehrmals war Maximilian Prüfer dafür in der Provinz Sichuan. Dort gibt es seit Jahrzehnten infolge menschlicher Eingriffe keine Bienen mehr: Politische Fehlentscheidungen führten zu einem Insektensterben. Menschen übernahmen schließlich die mühsame Bestäubung von Obstbaumblüten. Diesen Arbeitsprozess hat Maximilian Prüfer beobachtet, dokumentiert, fotografiert und gefilmt.

In der Schwäbischen Galerie im Museum Oberschönenfeld wird nun im Rahmen einer Einzelausstellung eine repräsentative Werkauswahl aus diesem umfangreichen Projekt gezeigt. Ein Film gibt den langwierigen Vorgang der Bestäubung wieder und bindet ihn in einen Gesamtzusammenhang ein. Im Unterschied zu einem Dokumentarfilm ist Prüfers Film nicht systematisch aufgebaut. Er bewegt sich vielmehr zwischen Arbeitsalltag und Poesie, zwischen atmosphärischen Stimmungen und belanglosen, zufällig beobachteten Szenerien und Details, zwischen Verfremdungen und ungewöhnlichen Schnitten. Dieser Film ist zentraler Bestandteil der Ausstellung neben der konzeptionellen Performance mit Fotoarbeiten sowie Bestäubungswerkzeugen und Pollengefäßen.

Maximilian Prüfer hat jedoch nicht nur fotografiert und gefilmt, er erlernte schließlich selbst das manuelle Bestäuben von Blüten und war dann auch an der Ernte beteiligt. Daran erinnert in der Ausstellung eine in Bronze gegossene Birne. In der Zusammenarbeit mit den einheimischen Bauern machte Prüfer die Erfahrung, dass die Arbeit des Bestäubens von ihnen nicht so sehr als mühevolle Aufgabe denn als eine zu meisternde Herausforderung betrachtet wurde.

Bei dem Ausstellungstitel „BIEN“ handelt es sich um einen historisch gewachsenen Begriff für den Superorganismus des Bienenvolks. Wie die Documenta-Künstler Joseph Beuys und Pierre Huyghe sieht auch Maximilian Prüfer die Biene als „politisches Tier“: Der Bienenstock als Gemeinschaftssystem kann als Analogie zu gesellschaftlichen Prozessen betrachtet werden.

Ausstellungsflyer zum Download

Maximilian Prüfer

1986
in Weilheim/Oberbayern geboren

Einzelausstellungen:
2019
Tier, Galerie Kandlhofer, Wien
2018
Vieh, Museum Villa Rot, Burgrieden, Sotheby’s Munich
2017
Brut, Galerie Lisa Kandlhofer, Wien

Gruppenausstellungen:
2018
Egon Schiele, Die Jubiläumsschau, Reloaded, Leopold Museum, Wien
I Followed You To The Sun, Galerie Lisa Kandlhofer, Wien
2017
Nach der Natur, Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg
bilder fragen, H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
2016
Untitled, Art Miami Beach, Miami Beach
Black „Paintings“: a response to Jackson Pollock, Site131, Dallas
Dallas Art Fair, Dallas

Auszeichnungen und Förderungen:
2018
Künstlerstipendium EHF 2010 (Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.)
2017
Kunstpreis des Bezirks Schwaben
2014
Kunstförderpreis der Stadt Augsburg
Bayerisches Atelierförderprogramm für bildende Künstlerinnen und Künstler 2015/16
2013
Debütantenausstellung: „Mauser“, gefördert mit den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
2011
Hermann Götz-Preis der Antonia und Hermann Götz-Stiftung, Marktoberdorf

Maximilian Prüfer lebt und arbeitet in Augsburg und Wien.

Begleitprogramm

Führung mit Bärbel Steinfeld M. A.
Sonntag, 10. November, 11 Uhr

Künstlergespräch mit Maximilian Prüfer, Moderation Bärbel Steinfeld M. A. 
Sonntag, 24. November, 15 Uhr

Familienführung mit Oda S. Bauersachs M. A.
Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten
Sonntag, 17. November, 15–16.30 Uhr

Angebot für Schulklassen und Kindergruppen
Altersspezifische kunstpädagogische Führung mit kreativem Gestalten in der Museums-Werkstatt
Dauer: 1,5–2 Stunden, Gebühr: 5 EUR pro Teilnehmer (inkl. Material)

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